05
Juli
2014

Q&A mit Verkostungsleiter Martin Darting

internationaler bioweinpreis 2014

Q&A mit Verkostungsleiter Martin Darting

 

Was ist Ihr Fazit zum diesjährigen bioweinpreis? Gibt es einen qualitativen Trend, der sich im internationalen Biowein-Segment abzeichnet?

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der internationale bioweinpreis 2014 der erfolgreichste aller Zeiten war, denn die Beteiligung war mit 729 Weinen von 184 Winzern aus 19 Ländern ist enorm. Daraus ergibt sich eine große Bandbreite an Stilrichtungen: Von fruchtig modern bis zu traditionellstem Handwerk und der einen oder anderen „Kuriosität“ war alles dabei. Das hat Spaß gemacht und die Qualitäten waren beeindruckend! Sehr erfreulich war auch, dass wir erstmalig Weine aus der Türkei dabei hatten, die mit 6 Goldprämierungen aus 15 Weinen ein tolles Ergebnis erzielt haben. Ebenso lässt sich sagen, dass die Qualität im Biowein-Segment weiter angestiegen ist – insbesondere bei den Weißweinen, von denen 26 mit großem Gold (96-100 Punkte)ausgezeichnet wurden. Das ist schon außergewöhnlich.

 

Haben Sie während der Verkostungen 2014 Trends festgestellt, die den Bioweinbau oder die Kellertechnik in Bio-Winzerbetrieben beeinflussen?

Trends die sich klar abzeichnen sind die Erzeugung schwefelfreier Weine, die Spontanvergärung und die Erzeugung veganer Weine. Zudem wird zunehmend traditionell gearbeitet, also ohne Technik, ohne Reinzuchthefen, ohne Enzyme – Weine die vorwiegend „im Weinberg entstehen“. Das Verhältnis von moderner zu traditioneller Verarbeitung liegt derzeit etwa bei 80:20.

Spannend ist auch der Trend Orange Wine, wobei wir uns bei den diesjährigen Verkostungen aus dieser Sparte durchaus ein paar mehr Vertreter gewünscht hätten.

Leider ist teilweise auch der Klimawandel in den Weinen erkennbar: Untypische Alterungsnoten, die als Weinfehler eingestuft werden, sind da ein Thema.



Haben Sie einen persönlichen Liebling unter den Weinen, die dieses Jahr prämiert wurden oder einen Winzer/Newcomer, der Sie besonders positiv überrascht hat?

2013 war ein starkes Weißweinjahr. Das Klima war im Allgemeinen günstig für Weine mit knackiger Säure, bei den Rotweinen hingegen wurde vielerorts nicht die optimale Traubenreife erreicht. Wenn ich je einen Favoriten nennen soll, wäre das unter den Weißweinen die Hibernal Spätlese 2013 (biodynamisch) vom Weingut VERITAS im tschechischen Südmähren und bei den Roten unser Überraschungssieger, die Hofdame Claudia Barrique – Gamaret, Cabernet Dorsa AOC 2012 vom Weingut Biovin Martin in der Westschweiz.

 

Das Verkoster-Team hat nach der international anerkannten PAR-Methode verkostet. Können Sie in einigen kurzen Sätzen die Vorzüge dieses Systems zusammenfassen?

Das PAR®-System hat zwei große Vorteile: Zum einen sind die Bewertungen der einzelnen Weine für jeden gut nachvollziehbar, weil ihnen eine detaillierte Analyse und Dokumentation der inhaltsstofflichen und sensorischen Eigenschaften vorausgeht, auf die sich das Endergebnis bezieht. Das heißt, die Bewertungen sind sehr objektiv. Zum anderen wird jeder Wein für sich bewertet, unabhängig von anderen Vertretern seiner Sorte oder Stilrichtung. So haben auch außergewöhnliche Erzeugnisse die Chance auf eine gute Wertung, auch wenn sie nicht unbedingt dem entsprechen, was „der Markt gerade fordert“.

 

Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Branche?

Ich wünsche mir, dass die (Bio-)Winzer wieder etwas risikobereiter in Bezug auf die Differenziertheit ihrer Weine werden. Natürlich gibt es auch jetzt schon eine große Vielfalt, aber wenn wir zum Beispiel die Chardonnays anschauen, die wir dieses Jahr verkostet haben, lässt sich sagen, dass sie sich trotz unterschiedlichster Herkunft im Wesentlichen sehr ähnlich sind. Den oben erwähnten Trend zu mehr Weinbegleitung im Weinberg und weniger Technik begrüße ich sehr. Wein ist ein natürliches Produkt. Ich finde es spannend, zu sehen, was dabei herauskommt, wenn wir den „Aktionismus im Keller“ wieder etwas zurücknehmen.

 

Hintergrundinformationen:

 

Martin Darting ist ausgebildeter Winzer, langjähriger Sensorik-Experte und Entwickler der PAR®-Methodik. Er arbeitet als önologischer Berater im Qualitätsmanagement, als Dozent in der Aus- und Weiterbildung und ist unter anderem Verkostungsleiter beim internationalen bioweinpreis der WINE System AG. www.martin-darting.de

 



Die Ergebnisse des internationalen bioweinpreises 2014 sind unter
www.bioweinpreis.de einsehbar.

 

Weitere Informationen zu den Angeboten der WINE System AG gibt es unter www.winesystem.info.

 

 



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